EUDR Geodaten: GeoJSON, Koordinaten und praktische Umsetzung
EUDR Geodaten-Anforderungen erklärt: Geopunkte, Polygone, GeoJSON-Format und wie Holzunternehmen die Geo-Koordinaten praktisch beschaffen und verwalten.
von EUDR Software Team
EUDR Geodaten: GeoJSON, Koordinaten und praktische Umsetzung
Die Pflicht zur Angabe von Geo-Koordinaten ist die wohl größte operative Neuerung der EUDR. Für jede Erzeugungsfläche müssen Sie exakte geographische Daten liefern. Dieser Artikel erklärt die technischen Anforderungen und gibt praktische Tipps zur Umsetzung.
Was verlangt die EUDR?
Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe d der EUDR verlangt die Geolokalisierung aller Grundstücke, auf denen die betreffenden Rohstoffe erzeugt wurden.
Kleine Flächen (unter 4 Hektar)
Für Erzeugungsflächen kleiner als 4 Hektar genügt ein einzelner Geopunkt:
- Breitengrad (Latitude)
- Längengrad (Longitude)
- Format: Dezimalgrade im WGS84-Koordinatensystem
Beispiel: Latitude: -3.4653, Longitude: 28.8597
Große Flächen (4 Hektar und mehr)
Für Erzeugungsflächen ab 4 Hektar ist ein Polygon erforderlich:
- Sequenz von Geopunkten, die die Umrisse der Fläche beschreiben
- Mindestens 3 Koordinatenpaare
- Der erste und letzte Punkt müssen identisch sein (geschlossenes Polygon)
- Format: GeoJSON
GeoJSON-Beispiel:
{
"type": "Polygon",
"coordinates": [[
[28.8597, -3.4653],
[28.8612, -3.4653],
[28.8612, -3.4668],
[28.8597, -3.4668],
[28.8597, -3.4653]
]]
}
Hinweis: Im GeoJSON-Format steht der Längengrad (Longitude) vor dem Breitengrad (Latitude) — anders als in der alltäglichen Notation.
Genauigkeitsanforderungen
Die EUDR schreibt keine exakte Mindestgenauigkeit vor, jedoch:
- Die Koordinaten müssen die tatsächliche Erzeugungsfläche korrekt abbilden
- Polygone sollten die Fläche mit ausreichender Präzision umschließen
- Offensichtlich ungenaue oder fehlerhafte Angaben können zur Ablehnung der DDS führen
In der Praxis empfiehlt sich eine Genauigkeit von mindestens 6 Dezimalstellen (ca. 11 cm).
Woher kommen die Geodaten?
Vom Lieferanten
Der direkteste Weg: Fordern Sie die Geodaten von Ihrem Lieferanten an. Erstellen Sie dafür:
- Ein Datenblatt mit den benötigten Angaben
- Anleitungen zur GPS-Erfassung vor Ort
- Vorlagen im gewünschten Format (CSV, GeoJSON)
Per GPS vor Ort
Lieferanten oder deren Partner können die Koordinaten direkt vor Ort erfassen:
- Smartphone mit GPS-App
- Handheld GPS-Geräte
- Drohnen-Überflüge für große Flächen
Aus bestehenden Katastern
In vielen Ländern existieren digitale Katasterdaten, die genutzt werden können:
- Nationale Forstbehörden
- Konzessionsdaten
- Landtitelunterlagen
Aus Satellitenbildern
Erzeugungsflächen können auf Satellitenbildern identifiziert und die Grenzen digitalisiert werden. Dies erfordert jedoch Fachkenntnis und sollte durch Vor-Ort-Daten validiert werden.
Herausforderungen für Holzunternehmen
Komplexe Lieferketten
Holz durchläuft oft mehrere Stationen (Waldbesitzer → Forstunternehmen → Sägewerk → Händler → Importeur). Die Geodaten müssen durch die gesamte Kette weitergegeben werden.
Multiple Erzeugungsflächen
Ein einzelnes Produkt (z.B. eine Palette Schnittholz) kann von mehreren Flächen stammen. In diesem Fall müssen Sie Geodaten für jede einzelne Fläche angeben.
Kooperationsbereitschaft der Lieferanten
Nicht alle Lieferanten sind sofort in der Lage oder bereit, Geodaten zu liefern. Beginnen Sie frühzeitig mit dem Onboarding.
Tropische Herkunftsländer
In tropischen Ländern sind digitale Katastersysteme oft weniger entwickelt. Hier ist die GPS-Erfassung vor Ort häufig der einzige Weg.
Geodaten validieren
Vor der Einreichung der DDS sollten Sie die Geodaten plausibilisieren:
- Kartenvisualisierung: Liegen die Koordinaten tatsächlich in einem bewaldeten Gebiet?
- Flächenabgleich: Passt die Größe der Fläche zur angegebenen Produktmenge?
- Länderprüfung: Stimmen die Koordinaten mit dem angegebenen Herkunftsland überein?
- Entwaldungsprüfung: Zeigen Satellitenbilder Entwaldung nach dem 31.12.2020?
- Schutzgebiete: Liegt die Fläche in einem Schutzgebiet?
EUDR Software führt all diese Prüfungen automatisch durch, sobald Sie die Geodaten hochladen.
Technische Formate
| Format | Beschreibung | Verwendung | |--------|-------------|-----------| | GeoJSON | Standard-Austauschformat | EU-Informationssystem, EUDR Software | | CSV | Einfache Tabelle mit Lat/Lon | Lieferanten-Kommunikation | | KML/KMZ | Google Earth Format | Visualisierung | | Shapefile | GIS-Standard | Fortgeschrittene Analyse |
EUDR Software akzeptiert alle gängigen Formate und konvertiert automatisch in das für die DDS benötigte Format.
Best Practices
- Standardisiertes Datenblatt an Lieferanten senden
- Digitale Erfassung bevorzugen (GPS, nicht handschriftlich)
- Geodaten frühzeitig anfordern — nicht erst kurz vor dem Import
- Zentrale Geodaten-Datenbank aufbauen (wiederholte Lieferungen desselben Ursprungs)
- Validierung automatisieren mit Software wie EUDR Software
Fazit
Die Geodaten-Anforderung ist anspruchsvoll, aber mit der richtigen Vorbereitung und den richtigen Werkzeugen beherrschbar. Beginnen Sie jetzt damit, Ihre Lieferanten zu informieren und ein System zur Geodaten-Verwaltung aufzubauen.
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